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SOTA/POTA-Trekking im Pfälzer Wald

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Ein Funkreisebericht

Lagerleben mit Amateurfunk

Was kann es im Freizeitbereich schöneres geben, als mehrere Hobbies miteinander zu kombinieren? Nachdem ich schon seit geraumer Zeit bei Gelegenheit Aktivierungen in den Programmen SOTA (Summits On The Air) und POTA (Parks On The Air) mache und seit einigen Jahren mehrtägige Vater-Sohn-Unternehmungen abwechselnd in der Rhön oder dem Pfälzer Wald auf dem Programm standen, gab es 2025 eine Kombination. Auf dem Mountainbike wurde der Pfälzer Wald von uns schon zweimal zuvor erkundet. In diesem Jahr sollte es eine mehrtägige Trekking-Tour werden, bietet der Pfälzer Wald doch offizielle Trekking-Plätze zum Übernachten in Zelt, Tarp oder Biwak.

Vorbereitungen

Nun lag die letzte derartige Tour (damals noch ohne Funk) etwas zurück, und so stand zunächst ein Ausrüstungscheck an. Das Zweimannzelt aus dem Jahr 1988 zeigte nach diversen Fieldday-Einsätzen zwar deutliche Gebrauchsspuren, war aber stabil und dicht – check. Isomatten- und schlafsackmäßig hat sich in den letzten Jahren jedoch hinsichtlich Gewichtsreduktion einiges getan, sodass hier nachgerüstet wurde. Bis hierhin soweit so gut, die Gewichtsverteilung auf zwei Rucksäcke ließ sich gut ausbalancieren. Was übrig blieb, war die Funkausrüstung.

Für die bisherigen SOTA/POTA-Aktivierungen gab es immer das bewährte YAESU FT-817/818, einen GfK-Schiebemast mit EndFed oder Drähten für eine Groundplane. Für FT8 und Digimodes kam ein kleines Tablet samt Interface dazu. Und schwupps, waren 5 kg mehr an Gepäck in meinem Rucksack und damit die magischen 20 kg überschritten. Ich hatte noch nicht erwähnt, das wir immer Wasser für 24 Stunden mit uns tragen mussten, da die Lagerplätze keine Quellen in der Nähe haben. Wie ließ sich das Gewicht reduzieren?

Vollverpflegung aus dem Rucksack

Der erste Schritt war eine andere Antennenkonfiguration. An die Stelle von Schiebemast mit Abspannung und Drähten trat eine 5 m lange Teleskopantenne mit Bodenspieß und Radialnetz. Gewichtsmäßig entpuppte sich diese Änderung zusammen mit der Verlängerungsspule für 30/40/60 m leider fast als Nullsummenspiel. Nächster Schritt: Tablet weg. Das Smartphone ist eh dabei, und eine FT8-App, die wahlweise über Bluetooth, Klinkenkabel oder USB mit der Funke verbunden wird, gibt es inzwischen auch: 700 Gramm gespart. Und immer noch wog der Rucksack über 20 kg. Was mache ich mit dem raumfüllenden FT-818? Meine SOTA/POTA-Einsätze lassen sich auf FT8 und CW sowie die KW-Bänder 40, 30 und 20 m eingrenzen.

Google hilft

Etwas Recherche im Internet förderte einige QRP-Mini-Transceiver zu Tage. Gut dokumentiert schien der aus einem deutsch-niederländischen Gemeinschaftsprojekt hervorgegangene (tr)uSDX. Mit wenigen hundert Gramm, fünf Bändern, bis zu 5 W in CW, SSB und über die USB-Schnittstelle auch FT8, entpuppte sich das kleine Teil als der ideale Austausch für das große YAESU. Glücklicherweise war in der Kürze der Zeit über den Ali in China (AliExpress) eine fertig aufgebaute Variante im 3D-gedruckten Gehäuse lieferbar. Für mich habe ich die Version mit den Bändern 80, 60, 40, 30 und 20 m gewählt. Es gibt das Gerätchen auch mit 20, 17, 15, 12, 10 m für DXer und 80, 40, 20, 15, 10 m als Klassiker ohne WARC-Bänder oder für die E-Lizenz.

Bingo! Damit waren 20 kg bei voller Beladung unterschritten, und auch das Packmaß wurde spürbar kleiner. Die Plätze für die beiden Übernachtungen waren inzwischen auch reserviert. Los ging’s!

Drei Tage, zwei Gipfel, drei Parks

Da geht es hoch.

Parallel zu den technischen Vorbereitungen galt es, eine geschickte Route mit ausreichend POTA-Spots und SOTA-Gipfeln gepaart mit geeigneten Trekkingplätzen zu wählen. Unter Berücksichtigung der interessanten 6-Punkte-Gipfel am Ostrand des Pfälzer Walds und zwei passend gelegenen Lagerplätze (von insgesamt 15) ergab sich eine dreitägige Route von Edenkoben mit Parkmöglichkeit für mehrere Tage über den Kesselberg (DM/RP-417) zum ersten Lagerplatz „Nr. 6 Heldenstein“. Anfang August 2025 fand die Tour dann statt.

Nach der knapp dreistündigen Anfahrt ging es nach einigen Kilometern Fußweg mit dem Sessellift direkt auf die Höhen des Pfälzer Walds. So wurde etwas Zeit zum Funken auf dem Kesselberg gewonnen.

Nach der SOTA-Aktivierung ging es ins Nachtlager, um dort den ersten Park der Tour (DE-0016 Pfälzer Wald Nature Park) in die Luft zu bringen. Wir waren ganz alleine auf dem Trekkingplatz, der funktechnisch günstig auf einer Kuppe lag und nur nach Norden von einem Berg überragt wurde. Die Nacht war ruhig, aber frisch um die Nase.

An Tag 2 sollte der Weg über den Hochberg (DM/RP-305) zum Lagerplatz „Nr. 7 Kalmit“ führen. Sollte! Ca. 150 m unterhalb des Gipfels wurde uns klar, dass der zusätzliche Weg zur Spitze plus Funkaktivität unseren Zeitplan um etwa 2 Stunden durcheinander bringen würde. Schließlich mussten wir unterwegs unsere Wasservorräte in einer kleinen Waldgaststätte wieder auffüllen und wollten dort auch einkehren. Wenn dann der junge Mitwanderer keinerlei Funkbegeisterung an den Tag legt, gilt es, Kompromisse zu machen. So wurde dieser Berg ausgelassen.

Auf schmalen Pfaden zum Gipfel

Im weiteren Verlauf des Tages ergab sich die Gelegenheit stattdessen den höchsten Berg des Pfälzer Walds, die Kalmit, die nur unweit des Hauptwegs zum Lager liegt, um einen Tag vorzuziehen. So konnten dann mit einem traumhaften Ausblick über die Rheinebene bis in den Odenwald und den Schwarzwald von DM/RP-302 aus die notwendigen QSOs gefahren werden. Dabei wurden zugleich DE-0634 (Haardtrand Natura 2000) und DE-1018 (Pfälzer Weinsteig) als persönlich neue POTA-Referenzen aktiviert.

Die Nacht verbrachten wir diesmal in einem bis auf den letzten Zeltplatz gefüllten Lager. Auch hier konnten noch einmal einige POTA-Verbindungen gemacht werden.
Nach einer weiteren ruhigen und noch etwas kälteren Nacht ging die Tour am nächsten Tag ohne weitere Funkaktivierung in einem weiten Bogen zurück zum Ausgangspunkt. Damit hatte sich der Kreis der Rundwanderung nach rund 30 km, 1000 Höhenmetern und 50 Stunden abseits der Zivilisation geschlossen. Der zeitliche Aufwand für das Lagern samt Essens- und Getränkeversorgung plus die Zeit zum Funk mit Auf- und Abbau sollten nicht unterschätzt werden und gehen eindeutig zu Lasten beim „Strecke machen“.

Funkbilanz

Das Rucksack-Shack mit (tr)uSDX

Aus funkerischer Sicht standen am Ende zwei erfolgreiche SOTA-Aktivierungen mit zusammen 12 Aktivator-Punkten, zwei vollständige neue POTA-Aktivierungen und eine begonnene in den Listen. Unter der Woche ist auf den Bändern für QRP nicht so viel los. Dennoch kamen in den möglichen Funkphasen 23 QSOs ins Log, 13x 40 m, 3x 30 m, 7x 20m bei 6x FT8 und 17x CW. SSB wurde unter schwachen Ausbreitungsbedingungen mit QRP nicht versucht.

Die „Draußenfunkantenne“ mit abstimmbarer Spule und Radialnetz
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